Aus dem Achimer Kreisblatt vom 25. September 2007:
Keine erhebliche Zeche
Das Ende des Hotels im Zuge der Stadtsanierung
Von Rainer Pöttker

ACHIM . Man war gerichtsseitig der Meinung, dass der Krug die einträglichste Gastwirtschaft im gesamten Gohgerichtsbezirk war und versuchte bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dem Krüger eine höhere Pachtsumme aufzudrücken.
Tiedemann konterte 1819 über seinen Anwalt:
"Die eigentliche Krugnahrung ist daher auf die Gerichtstage beschränkt, an dem die bei mir einkehrenden Parteien mit ernsten Dingen zu beschäftigt sind, als dass sie Zeit und Neigung hätten, erhebliche Zechen zu machen.
Weshalb ich auch nicht mehr verdienen kann als zu meinem und der Meinigen spärlichen Lebensunterhalt unumgänglich erforderlich ist."
So konnte das Amt endgültig 1833, einige Jahre nach dem Tode von Tiedemann bei der Übernahme der Gaststätte durch Friedrich Oelfke, welcher die Witwe Tiedemann ehelichte, den Pachtzins auf jährlich elf Reichsthaler und zwei Gute Groschen anheben.
Ab 1869 gab es ständig wechselnde Pächter oder Besitzer des Hotels "Stadt Bremen" bis der Gastwirt Hermann Brockmann aus Emtinghausen 1921 das Anwesen übernahm und den Hotelbetrieb äußerst erfolgreich fortsetzte.
Das Hotel Stadt Bremen mit Restaurant war lange Zeit die erste Adresse in Achim, auch für die Stars von Werder Bremen unter Otto Rehhagel, die hier vor den Heimspielen campierten. Neben dem so genannten hohen Bettenhaus war im flachen Gebäude die Volksbank vertreten.
Für die Stadtsanierung, die Umgestaltung des unansehnlichen Schmiedebergs und die Schaffung eines neuen Geschäftsmagneten, der dann in Form der Marktpassage kam, wurde das Hotel Stadt Bremen dann aufgegeben.
Heute wird das Gebäude in bester Geschäftslage durch Marktpassage, Wohnungen, Büros und die Apotheke genutzt. Eine Erweiterung des Gebäudeensembles bis zur Apotheke und Pforthaus ist wahrscheinlich.

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