Geschichtswerkstatt besichtigt Museum der Mobilität
Thedinghausen/Achim. Überwältigt war die Geschichtswerkstatt Achim von einem Besuch des Kutschen- und Automobilmuseums, das Heiko Wührmann und Familie in Thedinghausen geschaffen hat. „PS-Träume – Die Geschichte der Mobilität. Als Pferdestärken noch Pferde waren“ ist die Überschrift dieser einzigartigen, enorm vielfältigen Sammlung.
Vom ersten Rad über prächtige Kutschen bis zu Oldies, mit Wasserdampf, Elektrizität oder Benzin betrieben, und Luxusmodellen des vorigen Jahrhunderts erzählt das private Museum die Geschichte der Fortentwicklung und das Leben der Menschen in vergangenen Epochen.
Details der Technik und die Kunst der beteiligten Handwerksberufe werden erfahrbar.
Die starke Verbundenheit zu Pferden, zur technischen Entwicklung von Kutschen und Automobilen haben Heiko Wührmann diese historische Schatzkammer im Laufe der Jahrzehnte schaffen lassen.
Die Geschichtswerkstatt Achim war während der gut vierstündigen Führung durch Jürgen Jobs und Gabriele Kiaup gefesselt. Es ist wegen der schutzwürdigen Exponate ein Museum, das nur von Kleingruppen nach Vereinbarung besichtigt werden kann. mb
Fotos: Teilnehmer und zwei der Kutschen
Ein Gläschen Sekt gönnen sich Aktive der Geschichtswerkstatt Achim, des Achimer Mühlenvereins, des Heimatvereins Achim und des Achimer Bürgerbus-Vereins nach ihrer erfolgreichen Teilnahme am Maibaumfest. Die vier Vereine hatten ihre Stände nahe beieinander.
Die Geschichtswerkstatt bot an ihrem Stand Infowände, Bücher, Geschichtshefte, Achimer Fotokalender, eine Bastelecke wie Rätselwand für Kinder an und war mit den Besuchern im regen Gespräch. Der Mai kann kommen!

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Wilfried Ellmers nun Vizevorsitzender
Geschichtswerkstatt Achim plant viele Aktivitäten
Achim. Die Geschichtswerkstatt Achim hat einen neuen zweiten Vorsitzenden. Die Mitglieder wählten bei der Jahreshauptversammlung im Hotel Gieschen Wilfried Ellmers mit überwältigender Mehrheit für diese Position. Er ist damit Nachfolger des verstorbenen Fritz-Heiner Hepke.
Ansonsten bleibt das Vorstandsteam wie bisher: Manfred Brodt erster Vorsitzender, Reiner Aucamp Kassenwart, Barbara Wuthe Schriftführerin, Elke Gerbers Beisitzerin, Hans-Joachim Wuthe Beisitzer und Hartmut Nill IT-Beauftragter.
Im Jahresbericht erwähnte Manfred Brodt die ständig laufenden Aktivitäten für das nächste Geschichtsheft, den nächsten Jahreskalender und die Archivierung des enormen Text- und Fotomaterials. Beschäftigt sich der aktuelle Jahreskalender mit altem Handwerk in der Region Achim, wird es der Jahreskalender 2027 mit Tante-Emma-Läden in Achim tun. Das neue Geschichtsheft wird ein besonderes Jubiläumsheft sein zu „40 Jahren Geschichtswerkstatt“. Dieses Jubiläum werden die Lokalhistoriker besonders am 17. Oktober im Restaurant „Weserterrassen Badener Berg“ feiern, wo der Verein auch gegründet worden war. Für das Jubiläumsjahr haben sie ein besonderes Logo entwickelt, das auch eine Maxime des Vereins enthält: „Grabe, wo Du stehst“, also Geschichte lokal. Neben „Geschichte der Beherrschten und nicht nur der Herrscher“ der wichtigste Grundsatz der Geschichtswerkstatt.
So hat die Geschichtswerkstatt auch Kontakt zu den Achimer Gymnasien aufgenommen, um zu klären, wie die Lebensgeschichte des einzigen überlebenden Achimer KZ-Häftlings Kurt Anspacher/Curt Parker in den Unterricht eingeführt werden könnte als Beispiel für Judenverfolgung und Naziterror.
Die letzten Monate des Geschichtsvereins boten neben den Sonntagsveranstaltungen am Ende eines Monats mit inhaltlichen Themen wie der ältesten Landkarte der Region oder Störtebeker in Verden und umzu auch einen Ausflug zur niederländischen Festung Bourtange, eine Besichtigung des Achimer Amazon-Logistikzentrums und gesellige Veranstaltungen bei Gerken in Uphusen.
Im Jubiläumsjahr wird sich die Geschichtswerkstatt wieder beteiligen am Maibaumfest ebenso wie am Stadtradeln. Am 14. Juli will man bei einer Führung „Bremen unterirdisch“ kennenlernen. Für den 11. August ist die „Tour Hexen und Hexenverfolgung“ in Verden gebucht. Spargelessen und Jahresabschlussfeier werden wieder kulinarische und gesellige Höhepunkte sein.
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: Der Vorstand der Geschichtswerkstatt Achim, v.l. Hans-Joachim Wuthe, Manfred Brodt, Wilfried Ellmers, Elke Gerbers, Hartmut Nill, Barbara Wuthe, Reiner Aucamp. Foto: Kühn
2300 Beschäftigte aus aller Welt
Geschichtswerkstatt ist beeindruckt vom Amazon-Zentrum mit High Tech und 16 Millionen Artikeln
Achim. Es handelt sich um den größten Arbeitgeber im Landkreis Verden, das Amazon Logistikzentrum in Achim mit seinen bis zu 2300 Arbeitnehmern in der Saisonspitze. In der Sprache des amerikanischen Mutterkonzerns heißt es eigentlich Fulfillment Center und in der deutschen firmeninternen Kommunikation BRE4. Die Geschichtswerkstatt Achim besuchte jetzt Deutschlands größten Onlinehändler und ließ sich zwei Stunden durch die 47 000 Quadratmeter großen Hallen führen mit atemberaubender Technik und vielen fleißigen Menschen.
Sie wählen hier nach Kundenbestellungen mit Hilfe einer ausgeklügelten Software, Robotern und Förderbändern unter 16 Millionen gescannten Artikeln das Gewünschte aus, platzieren es eventuell mit anderen vom Kunden bestellten Artikeln in das passende Paket, versehen es mit Adresse und schicken es in große Container für die 100 täglich abfahrende Laster, die die vielen Sortierzentren des Konzerns ansteuern. In diesen Zentren werden die Pakete noch einmal sortiert nach Adresse, zu weiteren Verteilzentren geleitet, um dann auf die „letzte Meile“ zur Haustüre des Kunden zu gelangen.
Die 23 deutschen Logistikzentren lagern dabei unterschiedliche Waren. In Achim befinden sich Artikel, die nicht zu schwer, nicht zu groß und gar nicht sperrig sind, immerhin 16 Millionen. Den Versand bewerkstelligen überwiegend die bekannten Logistikfirmen über die genannten Zentren. Hat ein Kunde aus dem Großraum Achim eine in Achim gelagerte Ware bestellt, wird er direkt mit einem der Amazon-Kleinlaster aus Bremen beliefert. Wenn`s ihm nicht gefällt, kann er das Produkt ohne Begründung kostenlos zurückschicken, allerdings nicht an den Händler Amazon, sondern den Hersteller. der dann entscheidet, ob er die Ware weiterverwendet oder wie in vielen Fällen zerstört.
Die Achimer Belegschaft stellt sich als „Multikulti-Gemeinde“ dar. 100 Nationen sind hier vertreten, außer Deutschen viele aus Afrika, dem Nahen Osten und auch der Ukraine. Plakate auf Englisch und Arabisch oder auch ein Gebetsraum für Muslime gehören zum Betrieb. Die Beschäftigten bringen mit sich wiederholenden Arbeitsschritten die richtige Ware in das richtige Paket zum richtigen Bestimmungsort. Meist sind es einfache Handgriffe, die in anderen Unternehmen schon von Robotern ausgeführt werden. Die Menschen, die hier ohne besondere Ausbildung und oft auch nicht dauerhaft gesichertem Aufenthaltsstatus Arbeit finden, scheinen sich wohlzufühlen. Sie arbeiten pro Tag in drei Acht-Stunden-Schichten. Nur von Samstag 18 Uhr bis Sonntag 18 Uhr stehen alle Maschinen still.
Wie die Geschichtswerkstatt miterleben konnte, beginnen sie ihre Schicht mit einem besonderen „Schlachtruf“ jeder Abteilung, den sie sich selbst ausgewählt haben.
Zur Arbeitszufriedenheit in dem Unternehmen mit 25 Prozent Frauenanteil, Haustarif und Betriebsrat dürften auch die Entlohnung mit einem Lohn ab rund 16 Euro sowie ein kostenloses Deutschlandticket und eine betriebliche Altersvorsorge dienen. Als Ausbilder ist Amazon allerdings nur „schwach auf der Brust“.
Nur acht Auszubildende hat der große Achimer Betrieb zur Zeit.
MANFRED BRODT
Foto: Wilfried Ellmers

Er war für uns ein Gewinn durch seine ruhige, überlegte, kluge, freundliche und gelegentlich auch humorvolle Art. Aber er hat sich nicht nur bei der Geschichtswerkstatt Achim engagiert, sondern sein Leben lang eindrucksvoll für die Allgemeinheit eingesetzt, wie der auch Nachruf aus dem Achimer Kreisblatt zeigt.


Achim. Am 81. Jahrestag der Befreiung der Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz, 27. Januar, veranstalteten die „Omas gegen Rechts“ eine Gedenkfeier für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung.
Zahlreiche Menschen waren ins Achimer Rathaus gekommen, wo die „Omas“ aus einem Brief von und einem Interview mit Kurt Anspacher/Curt Parker zitierten, dem einzigen Achimer Juden, der die Konzentrationslager überlebt hatte. Brief und Interview sind im Geschichtsheft und Internetauftritt der Geschichtswerkstatt Achim nachzulesen. Siehe: Geschichte Achims/Juden in Achim.
Der KZ-Häftling schildert die Hölle der Vernichtungslager und ist nach der Befreiung enttäuscht, dass er in Achim von dem enteigneten Eigentum seiner umgebrachten Familie nichts zurückbekommt. Er wandert in die USA aus.
Mit einem Gedenken am Stolperstein für ihn vor der Marktpassage endete die Gedenkfeier.
Ortrud Staude von den Omas gegen Rechts begleitete die Feier musikalisch.
Historische Reise durch Achim
Das neue Geschichtsheft bietet wieder eine breite Themenpalette
Achim. Das Geschichtsheft Nr. 30 der Geschichtswerkstatt Achim ist erschienen. Auf 60 Seiten mit einer breiten Themenpalette berichtet Manfred Brodt über die Geschichte der berühmten Achimer Brotfabrik, von Simonsbrot und Lieken bis zu den Produzenten von Schuhcreme oder Nudeln und einem tschechischen Multimillionär sowie Regierungschef und dem Ende. Hans Joachim Wuthe, Layouter des Geschichtsheftes, schließt an mit einem Überblick über das ganze Quartier nördlich der Eisenbahn an mit den Firmen für Brot, Honigkuchen, Möbel, Grabmale und die Achimer Gaswerke. Egon Lindermann erinnert unter der Schlagzeile „Vom Dach der Welt zum Weserhang“ an die Achimer Athenstaedt-Stiftung, die in einer Region des indischen Himalaya Bildung, Ausbildung und Lebenschancen der Bevölkerung tibetanisch-buddhistischer Prägung fördert. Auch „Weserblick und Weserterrassen im Wandel der Zeiten“ beleuchtet er.
Reiner Aucamp beschreibt in seinem Artikel „Ohne Wasser kein Leben“ die Wasserwerke des hiesigen Trinkwasserverbandes. Reinhard Dietrich präsentiert eine der ältesten Landkarten unserer Region, Roswitha Geßner erzählt ihre besondere deutsch-deutsche Lebensgeschichte, während Werner Esdohr die zwischen Bäumen verborgenen „Drei Krieger“ der ehemaligen Steubenkaserne glossiert.
Einen breiten Raum nehmen das Ende des Zweiten Weltkriegs und des NS-Terrors in Achim ein, heute vor 80 Jahren. Ralph Spill führt detailliert durch die Geschichte der Achimer Synagoge „vom Gotteshaus zur Ruine und vom Lagerraum zum Mahnmal“, während Edith Bielefeld einen Brief des Achimer Juden Kurt Anspacher/Curt Parker nach seiner Befreiung vor 80 Jahren vorstellt unter dem erschreckenden Titel „Ich wäre froh, wenn ich im KZ geblieben wäre, dann wäre alles vorbei.“
Klaus Ulrich erzählt in seinen Beiträgen, wie er als Achimer Junge das Kriegsende inklusive Sprengung der Ueser Brücke erlebte und wie er erstmals Russen begegnete.
Das neue Achimer Geschichtsheft ist in den Achimer Buchhandlungen Hoffmann und Bücherwurm sowie der Touristinfo für sechs Euro zu haben.



