2300 Beschäftigte aus aller Welt
Geschichtswerkstatt ist beeindruckt vom Amazon-Zentrum mit High Tech und 16 Millionen Artikeln
Achim. Es handelt sich um den größten Arbeitgeber im Landkreis Verden, das Amazon Logistikzentrum in Achim mit seinen bis zu 2300 Arbeitnehmern in der Saisonspitze. In der Sprache des amerikanischen Mutterkonzerns heißt es eigentlich Fulfillment Center und in der deutschen firmeninternen Kommunikation BRE4. Die Geschichtswerkstatt Achim besuchte jetzt Deutschlands größten Onlinehändler und ließ sich zwei Stunden durch die 47 000 Quadratmeter großen Hallen führen mit atemberaubender Technik und vielen fleißigen Menschen.
Sie wählen hier nach Kundenbestellungen mit Hilfe einer ausgeklügelten Software, Robotern und Förderbändern unter 16 Millionen gescannten Artikeln das Gewünschte aus, platzieren es eventuell mit anderen vom Kunden bestellten Artikeln in das passende Paket, versehen es mit Adresse und schicken es in große Container für die 100 täglich abfahrende Laster, die die vielen Sortierzentren des Konzerns ansteuern. In diesen Zentren werden die Pakete noch einmal sortiert nach Adresse, zu weiteren Verteilzentren geleitet, um dann auf die „letzte Meile“ zur Haustüre des Kunden zu gelangen.
Die 23 deutschen Logistikzentren lagern dabei unterschiedliche Waren. In Achim befinden sich Artikel, die nicht zu schwer, nicht zu groß und gar nicht sperrig sind, immerhin 16 Millionen. Den Versand bewerkstelligen überwiegend die bekannten Logistikfirmen über die genannten Zentren. Hat ein Kunde aus dem Großraum Achim eine in Achim gelagerte Ware bestellt, wird er direkt mit einem der Amazon-Kleinlaster aus Bremen beliefert. Wenn`s ihm nicht gefällt, kann er das Produkt ohne Begründung kostenlos zurückschicken, allerdings nicht an den Händler Amazon, sondern den Hersteller. der dann entscheidet, ob er die Ware weiterverwendet oder wie in vielen Fällen zerstört.
Die Achimer Belegschaft stellt sich als „Multikulti-Gemeinde“ dar. 100 Nationen sind hier vertreten, außer Deutschen viele aus Afrika, dem Nahen Osten und auch der Ukraine. Plakate auf Englisch und Arabisch oder auch ein Gebetsraum für Muslime gehören zum Betrieb. Die Beschäftigten bringen mit sich wiederholenden Arbeitsschritten die richtige Ware in das richtige Paket zum richtigen Bestimmungsort. Meist sind es einfache Handgriffe, die in anderen Unternehmen schon von Robotern ausgeführt werden. Die Menschen, die hier ohne besondere Ausbildung und oft auch nicht dauerhaft gesichertem Aufenthaltsstatus Arbeit finden, scheinen sich wohlzufühlen. Sie arbeiten pro Tag in drei Acht-Stunden-Schichten. Nur von Samstag 18 Uhr bis Sonntag 18 Uhr stehen alle Maschinen still.
Wie die Geschichtswerkstatt miterleben konnte, beginnen sie ihre Schicht mit einem besonderen „Schlachtruf“ jeder Abteilung, den sie sich selbst ausgewählt haben.
Zur Arbeitszufriedenheit in dem Unternehmen mit 25 Prozent Frauenanteil, Haustarif und Betriebsrat dürften auch die Entlohnung mit einem Lohn ab rund 16 Euro sowie ein kostenloses Deutschlandticket und eine betriebliche Altersvorsorge dienen. Als Ausbilder ist Amazon allerdings nur „schwach auf der Brust“.
Nur acht Auszubildende hat der große Achimer Betrieb zur Zeit.
MANFRED BRODT
Foto: Wilfried Ellmers

Er war für uns ein Gewinn durch seine ruhige, überlegte, kluge, freundliche und gelegentlich auch humorvolle Art. Aber er hat sich nicht nur bei der Geschichtswerkstatt Achim engagiert, sondern sein Leben lang eindrucksvoll für die Allgemeinheit eingesetzt, wie der auch Nachruf aus dem Achimer Kreisblatt zeigt.








